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title: "Einen Agenten anbinden"
description: "Ein persönliches Token ausstellen, den Agenten auf den Endpunkt POST /mcp richten und den ersten start_session-Aufruf machen."
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# Einen Agenten anbinden

Das Wesentliche an Notarium ist, dass ein und dieselbe Wissensbasis dem Menschen und dem KI-Agenten gleichermaßen offensteht. Du arbeitest über den Web-Editor, der Agent über den eingebauten **MCP-Endpunkt** — und seine Änderungen werden versioniert, durch Zugriffsrechte begrenzt und mit Provenienz signiert, genau wie deine. Dafür musst du keinen separaten Dienst aufsetzen: Das MCP-Gateway läuft im selben Prozess und auf demselben Port wie die Weboberfläche.

Diese Seite ist der schnelle Weg: ein Token ausstellen, den Agenten auf den Endpunkt richten und sich vergewissern, dass der Agent deine Wissensbasis sieht. Der vollständige Kontrakt (Tools, Aufrufkonventionen, Gedächtnis, Audit, Sicherheit) steht im Abschnitt [Agenten und MCP](/docs/agents/).

## Schritt 1. Ein Token ausstellen

Der Agent authentifiziert sich mit einem **persönlichen Zugriffstoken (PAT)**. Stell es in den Einstellungen deines Kontos aus (Bereich Tokens) — dort legst du auch fest:

- den **Scope** — `read` oder `write` (die Berechtigungsobergrenze des Tokens);
- eine optionale **Einschränkung auf Spaces** — welche Spaces erreichbar sind;
- eine optionale **Gültigkeitsdauer**.

Das Token hat die Form `ntp_<id>_<secret>` und wird **genau einmal** angezeigt — kopier es sofort. Ein geleaktes PAT verschafft keine zusätzlichen Rechte: Verwaltungsaktionen (Tokens ausstellen, Mitgliedschaft, Spaces anlegen) sind nur in einer menschlichen Session verfügbar, niemals per Token.

> [!warning] Die Rechte eines Tokens sind die Obergrenze des Agenten
> Ein Read-only-Token sieht die schreibenden Tools **schlicht nicht**: Sie tauchen in seinem Toolset gar nicht erst auf. Der Space einer anderen Person bleibt prinzipbedingt unerreichbar — ohne Ausnahme. Gib einem Agenten genau die Rechte, die die Aufgabe braucht.

## Schritt 2. Den Agenten auf den Endpunkt richten

Richte den Agenten (oder MCP-Client) auf den Endpunkt aus:

```
POST http://localhost:3000/mcp
Authorization: Bearer ntp_<id>_<secret>
```

Der Transport ist streamable-HTTP aus dem offiziellen MCP-SDK, stateless, eine JSON-Antwort pro Anfrage (`GET`/`DELETE` antworten mit `405`). Der Endpunkt ist kompatibel mit dem MCP-Connector der Claude API und jedem HTTP-MCP-Client.

> [!note] Die Web-Connectors von claude.ai und chatgpt.com
> In die Custom-Connectors der Weboberflächen lässt sich kein PAT einfügen — sie arbeiten ausschließlich über OAuth. Notarium bringt eine schlanke OAuth-Fassade mit: Der Connector meldet sich mit deiner Session an und erhält ein Token, das demselben Principal zugeordnet wird. Details stehen im Abschnitt [Einen Agenten anbinden](/docs/agents/connect/).

## Schritt 3. Erster Aufruf — start_session

In einer neuen Session ruft der Agent **zuerst** `start_session` auf. In einer einzigen Anfrage erhält er dein Profil, die Liste der verfügbaren Projekte und das Delta der Änderungen seit seinem letzten Besuch — und wenn du einen `project`-Hinweis übergibst, dazu einen kompakten Index dieses Projekts. Das ist der Kontext, mit dem die Arbeit beginnen sollte.

Ab da folgt der gewohnte Ablauf: die Struktur sichten (`list_notes`, `recent_activity`), **vor dem Schreiben suchen** (`search` — Dedup), dann schreiben (`create_note`, `edit_note`, Gedächtnis über `remember_about_user` / `remember_about_project`). Der Agent arbeitet über einen schmalen, auf konkrete Aufgaben zugeschnittenen Satz von Tools statt über universelle Lese-/Schreiboperationen — jedes Tool erzwingt sicheres Verhalten (die Klasse der Notiz, die Sichtbarkeit, die Provenienz, eine Versionsprüfung beim Speichern, damit fremde Änderungen nicht überschrieben werden).

> [!important] Setz eine `none`-Instanz nicht dem Netz aus
> Im Modus `AUTH_MODE=none` ist der `/mcp`-Endpunkt ohne Token offen (ein einziger All-Access-Principal). Das ist praktisch für den Desktop-Einsatz und vertrauenswürdige Umgebungen, aber eine solche Instanz darf niemals einem öffentlichen Netz ausgesetzt werden.

## Schritt 4. Das in den Regeln des Agenten festhalten

Welches Tool aufgerufen wird, entscheidet das Modell selbst. Deshalb lohnt es sich, „`start_session` zuerst aufrufen“ einmal in den dauerhaften Anweisungen des Agenten festzuhalten (`CLAUDE.md`, `AGENTS.md`, Cursor rules, Systemprompt) — zusammen mit dem Handle deines Projekts:

```markdown
- Rufe zu Beginn einer neuen Session `start_session(project: "acme/website")`
  auf dem MCP-Server `notarium` auf.
- Vor jedem Schreiben immer zuerst `search(...)` — lege keine Duplikate an.
```

Ohne das musst du den Agenten jedes Mal aufs Neue von Hand auf deine Wissensbasis hinweisen. Ausführlich — mit einer Karte deines Kanons und der Trennung zwischen globalen und projektbezogenen Regeln — steht das unter [Agenten-Regeln](/docs/agents/agent-files/).

## Weiter

- [Agenten-Regeln](/docs/agents/agent-files/) — damit eine Session von selbst mit dem richtigen Kontext beginnt.
- [Intent-Tools](/docs/agents/intent-tools/) — das vollständige Toolset und die Aufrufkonventionen.
- [Agentengedächtnis](/docs/agents/memory/) — wie der Agent sich an dich und das Projekt erinnert.
- [Sicherheit und Sichtbarkeit](/docs/agents/security/) — warum das Toolset genau so aussieht.
