NotariumDokumentation
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Notiztypen

Jede Notiz hat eine Klasse – sie bestimmt, wo die Notiz sichtbar ist und wie sie indexiert wird. Die Klasse ist kein frei ausfüllbares Label im Frontmatter, das man von Hand setzt: Sie ist ein Bündel von Richtlinien, das das System aus dem Speicherort ableitet und selbst anwendet. In einer API-Antwort ist die Klasse schreibgeschützt.

Die Klasse ist ein Bündel von Richtlinien

Hinter jeder Klasse steht ein Bündel von Richtlinien – für jede ein Ja/Nein: ob die Notiz indexiert wird, ob sie im Graphen, im Feed, im Baum oder in der nutzerseitigen Suche auftaucht, ob sie dem recall eines Agenten zur Verfügung steht, ob sie versioniert wird, ob sie repliziert wird. Der entscheidende Punkt: Die Sichtbarkeit wird an einer einzigen Stelle geprüft, nicht über einen Filter, den man in jede Abfrage einbauen muss und dabei leicht vergisst. „Aus den Ergebnissen ausblenden“ und „aus dem Index ausschließen“ sind zwei verschiedene Dinge, und Notarium wirft sie nie durcheinander.

Die Identität einer Notiz ist ihre notarium-id, nicht ihr Pfad. Deshalb ändert das Verschieben oder Umbenennen niemals stillschweigend die Klasse und zerstört auch keine Indizes.

Das Klassenregister

KlasseStatusSichtbarkeit
user-docaktivÜberall sichtbar: Baum, Feed, Graph, Suche. Die Standardklasse für sämtliche Nutzerinhalte.
agent-memoryaktivIndexiert und dem recall eines Agenten zugänglich, aber vor den nutzerseitigen Oberflächen verborgen; für den Eigentümer in einem eigenen Bereich sichtbar.
attachmentträgt RichtlinienAnhänge sind vollwertige Daten, werden aber nicht als Wissen indexiert: Durchsuchbar sind nur .md-Dateien.
derivedträgt RichtlinienRegenerierbare Artefakte (Vorschauen, Renderings); sie gelangen nicht in den Index.
profileaktivÜberall dort verborgen, wo du Notizen suchst und durchsiehst; erreichbar nur über Settings → Profile und für den Agenten in start_session.

Die beiden Klassen, mit denen du arbeitest

In der Praxis bleiben zwei Klassen aktiv und füllen sich weiter.

user-doc – deine Notizen. Die Standardklasse: frei im Baum organisiert, speist Suche, Graph und Feed. Genau hierhin schreiben sowohl der Mensch (über den Editor) als auch der Agent (über create_note).

agent-memory – das Gedächtnis des Agenten. Das sind lesbare Notizen, kein verborgener Speicher: Der Agent hängt Beobachtungen an eine Datei pro Kategorie an, statt Mikrodateien zu erzeugen. Das Gedächtnis liegt in einem separaten Dienstordner, .notarium/memory/, damit es sich nicht mit deinem Baum vermischt und nicht mit deinen Ordnern kollidiert.

Das Gedächtnis ist für dich sichtbar, gehört aber dem Agenten

Du liest, bearbeitest und löschst die Inhalte des Gedächtnisses – so prüfst und kontrollierst du, was womöglich in den Kontext gelangt ist (der Verlauf zeigt, wer was geschrieben hat). Aber du reorganisierst es nicht: Die Struktur gehört dem Agenten (eine flache Menge von Kategorien plus ein abgeleiteter Index). Verschieben ist technisch ungefährlich – das Verbot der Reorganisation ist eine Produktentscheidung, damit das Gedächtnismodell vorhersehbar bleibt.

Der Gedächtnisindex ist abgeleitet: Er wird aus dem Feld summary jeder Gedächtnisdatei zusammengesetzt und durch einen vollständigen erneuten Scan neu aufgebaut. Er lädt sofort in start_session, während die Dateien selbst bei Bedarf über recall nachgezogen werden. Mehr dazu unter Agent-Gedächtnis.

profile – „über dich“

Eine eigene Klasse für die Profilnotiz: von Menschen verfasste Inhalte über dich (von dir geschrieben, nicht vom Agenten). Sie ist überall dort verborgen, wo du Notizen suchst und durchsiehst, und lässt sich nur auf zwei Wegen erreichen – über Settings → Profile und indem start_session sie anhand ihres Bezeichners in den Kontext des Agenten lädt. Das ist nicht das Gedächtnis des Agenten, sondern eine von dir kuratierte Kontextkarte.

Die Klasse wird aus dem Speicherort abgeleitet und vom System gesetzt – der Agent wählt weder den Ordner noch die Klasse. Wie das mit Isolation und Adressierung zusammenhängt, siehe Spaces und Projekte.