NotariumDokumentation
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Deine erste Notiz

Die Einrichtung liegt hinter dir, und du bist im Editor gelandet. Jetzt legen wir deine erste Notiz an und schauen, was dabei auf der Festplatte passiert: In Notarium ist eine Notiz keine Zeile in der Datenbank von jemand anderem, sondern eine ganz gewöhnliche .md-Datei in deinem eigenen Ordner. Alles, was du schreibst, liegt dort als schlichter Markdown-Text, der sich in jedem Editor öffnen lässt und Notarium selbst überdauert.

Links siehst du den Baum aus Ordnern und Notizen deines Space. Er bildet die Dateistruktur unter /data/spaces eins zu eins ab: Ein Ordner im Baum ist ein Ordner auf der Festplatte, eine Notiz eine Datei darin. Der Baum ist auf Zehntausende Einträge ausgelegt und lädt den Inhalt eines Ordners, sobald du ihn aufklappst.

Hier sitzen auch die wichtigsten Operationen: eine Notiz oder einen Ordner anlegen, direkt an Ort und Stelle umbenennen, per Maus in einen anderen Ordner ziehen. Ein wichtiges Detail: Änderst du bei einer bestehenden Notiz den Ordner oder den Titel, wandert die Datei selbst — es entsteht kein Duplikat.

Leere Ordner sind vollwertig

Ein Ordner verschwindet nicht, wenn du seine letzte Notiz entfernst. So kannst du deine Struktur schon im Voraus anlegen.

Der Titel ist die erste Zeile

Notarium hat kein separates „Title“-Feld. Der Titel einer Notiz ist ihre führende # H1 — also die erste Zeile des Dokuments. Du bearbeitest ihn direkt im Text, genau wie alles andere. Eine neue Notiz öffnet sich bereits auf einer # -Zeile, der Cursor sitzt am Titel — leg einfach los.

Fehlt die führende # H1, wird die erste nicht-leere Fließtextzeile zum Titel — eine schnelle Notiz verkommt nicht zu einer Datenbank voller „Untitled“. Beginnt das Dokument dagegen mit einem strukturellen Block (Code, Liste, Zitat, Tabelle, eine Überschrift ab H2 abwärts) und wird nie ein Titel gesetzt, lässt sich die Notiz ohne Titel nicht speichern: So sickert die erste Codezeile nicht stillschweigend in den Titel.

Der Titel verknüpft Dateiname, Suche, Graph und Verlauf zu einem Ganzen — deshalb gibt es eine einzige Bearbeitungsfläche statt eines „Feld + Textkörper“, die auseinanderdriften.

Schreibmodi

Notarium bearbeitet immer rohes Markdown — die einzige Quelle der Wahrheit. Wie dieser Text aussieht, während du ihn bearbeitest, bestimmt der Schreibmodus (eine persönliche Einstellung unter Settings → Appearance):

  • Source (Standard) — rohes Markdown wie es ist: Monospace-Schrift, Syntax-Highlighting. Marker wie #, **, []() erscheinen als schlichter Text. Für alle, die direkt mit der Quelle arbeiten.
  • WYSIWYM — „what you see is what you mean“: Der Text ist gestaltet (Überschriften größer, Fettes fett dargestellt, Zitate mit Hintergrund), doch die Markdown-Marker bleiben gedimmt sichtbar. Die Zeilenlänge ändert sich nicht, deshalb „springt“ der Cursor nicht.

Beide Modi bearbeiten ein und dieselbe Zeile und speichern sie Byte für Byte identisch — ein Moduswechsel ändert den Dateiinhalt nicht.

Getrennt von den Modi arbeitet die Schaltfläche Preview in der oberen Leiste: Sie zeigt jederzeit das finale HTML-Rendering der Notiz, ohne zu speichern. Für längere Texte gibt es die Schreibhelfer Focus (dimmt alles außer dem aktiven Satz/der aktiven Zeile/dem aktiven Absatz) und Typewriter (hält die Zeile mit dem Cursor zentriert).

Verknüpfungen zwischen Notizen

Innerhalb des Textes funktionieren Wiki-Links: [[Notiztitel]] oder [[Titel|Beschriftung]]. Ein Klick bringt dich zu dieser Notiz innerhalb der App. Existiert keine Notiz mit diesem Titel, bietet Notarium an, sie anzulegen — und bis dahin hängt sie als hohler „Geisterknoten“ im Link-Graphen.

Speichern und was auf der Festplatte landet

Gespeichert wird mit Ctrl/Cmd+Enter. Auf die Festplatte geht sauberes Markdown, ohne erneutes Escaping oder Neu-Normalisieren: exakt das, was du getippt hast. Den Dateinamen leitet Notarium aus dem Titel ab (kebab-case, mit Transliteration des Kyrillischen), damit sich die Datei auch außerhalb der App gut liest.

An den Anfang der Datei kommt ein kleiner Frontmatter-Block, und darin der Schlüssel notarium-id: eine stabile, 12 Zeichen lange Kennung der Notiz. Sie — nicht der Pfad und nicht der Dateiname — ist die wahre Identität der Notiz: Umbenennen und Verschieben zwischen Ordnern reißen keine Links ab und verlieren keinen Versionsverlauf, denn das Protokoll wird über die notarium-id geführt.

Bearbeiten von außen ist ein ganz normaler Modus

Die .md-Datei in einem anderen Editor bearbeitet oder aus git geholt? Notarium übernimmt die Änderungen beim nächsten Scan. Die Dateien bleiben die Quelle der Wahrheit; der Index baut sich einfach passend neu auf.

Jedes Speichern geht in den Revisionsverlauf: ein vollständiger Snapshot des Notizzustands samt Provenienz — wer wie bearbeitet hat (du, ein externer Editor oder ein Agent). Jede Version lässt sich ansehen, vergleichen und per Rollback zurückholen.

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